Über
Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
Ludwig Wittgenstein, Tagebuch 23.5.1915 (TLP 5.6)

Wittgensteins Welt
Wittgensteins Welt ist ein unabhängiges Projekt zur Dokumentation von Orten, die mit Ludwig Wittgensteins Leben und Werk verbunden sind. Es entstand aus dem Interesse, seine Lebensstationen und die Wirkung seiner Umgebung auf sein Denken nachzuvollziehen.
Wittgenstein beschrieb das, was Philosophie leisten könne, einmal als „synopsis of trivialities“: keine neuen Entdeckungen, sondern eine neue Anordnung des Bekannten, eine Übersicht über das scheinbar Triviale. Diese Website folgt dieser Idee. Sie dokumentiert Orte, die mit Wittgenstein verbunden sind. Es handelt sich wohlgemerkt weder um eine systematische noch um eine vollständige Übersicht zu Orten mit Wittgenstein-Bezug. Beiträge werden in unregelmäßigen Abständen ergänzt. Der Zweck dieser Website wäre erreicht, wenn sie einem, der sie mit Interesse betrachtet, Vergnügen bereitete (frei nach Wittgenstein).
Danksagung: Mein besonderer Dank gilt Elisabeth, die mich auf zahlreichen Reisen zu Wittgensteins Wirkungsstätten begleitet und sie damit erst ermöglicht hat. Danke an alle, die mich bei meinen Wittgenstein-Erkundungen begleitet haben.
Martin Wallner
wittgensteinswelt.org
martin@wittgensteinswelt.org
Ludwig Josef Johann Wittgenstein (1889–1951) war ein österreichisch-britischer Philosoph, der zu den bedeutendsten Denkern des 20. Jahrhunderts zählt.
Geboren in Neuwaldegg bei Wien in eine wohlhabende Industriellenfamilie, begann Wittgenstein zunächst ein Ingenieurstudium, bevor er sich der Logik und Philosophie zuwandte und in Cambridge bei Bertrand Russell studierte. Nach seinem Einsatz im Ersten Weltkrieg veröffentlichte er 1921/22 sein erstes Hauptwerk, den „Tractatus Logico-Philosophicus“ bzw. „Logisch-Philosophische Abhandlung“. Darin entwarf er eine streng logische Theorie der Sprache und der Welt, die in einer überraschenden Wendung zur Ethik mündete.
Nach einer längeren Pause von der Philosophie, in der er unter anderem als Volksschullehrer im ländlichen Niederösterreich und als Architekt in Wien arbeitete, kehrte er nach Cambridge zurück und entwickelte in den 1930er und 1940er Jahren seine später als „Philosophische Untersuchungen“ bekannte zweite Hauptphilosophie. Diese stellte einen Bruch mit seinen früheren Ansichten dar und betonte die Wichtigkeit der Alltagssprache und die Kontextabhängigkeit von Bedeutung (Sprachspiel und Lebensform). Seine Arbeiten beeinflussten die Sprachphilosophie, Logik und Erkenntnistheorie nachhaltig.
Wittgenstein lebte ein zurückgezogenes Leben, unterhielt aber zugleich tiefgehende Freundschaften und Beziehungen. Er verbrachte längere Zeiträume in Norwegen und Irland, wo er sich intensiv seinen philosophischen Überlegungen widmete. 1951 starb Wittgenstein in Cambridge.
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